Die Fußball Europameisterschaft hat für höhere Preise in Supermärkten, Wirtshäusern, Kaffehäusern und bei Würstelständen rund um die Euro Fanmeile in Wien gesorgt, ergibt eine Studie der Arbeiterkammer. Angesichts der ohnedies sehr hohen Inflation eine besondere Hiobsbotschaft.
Wirtshausepreise +5,5 Prozent!
Bei den Wirtshäusern in der Wiener Innenstadt haben 2 von 3 ihre Preise innerhalb von nur 3 Monaten um 5,5% in die Höhe geschnalzt. Snacks wie Chips oder Schokolade und Getränke aus den Supermärkten kosteten um 8,4% mehr als vor einem Jahr. Die AK hat jetzt auch Preiskontrollen nach der Euro angekündigt – denn einmal oben, werden die Preise in den seltensten Fällen wieder runtergesetzt.
Ösi-Zuschlag bei Lebensmitteln, Gas und Medikamenten?
Maßnahmen gegen die Teuerung sind – auch „abseits“ der Preissteigerungen durch die EM – in jedem Fall nötig. Die Wettbewerbskommission hat heute ein Gutachten veröffentlicht, wonach sich mehr als ein Drittel der Gesamtinflation nicht mit Konjunktur, Ölrpeis und Lohnstückkosten erklären lässt. Vor allem bei Milchprodukten, aber auch bei Eiern, macht der so genannte Österreich-Anteil sogar mehr als die Hälfte aus, so die Wettbewerbskommission. Bei Gas seien zwei Drittel des Preisanstiegs „hausgemacht“ und bei Medikamenten führt die Wettbewerbskommission beinah die gesamte Verteuerung auf den „Österreich-Effekt“ zurück. Mehr zur Untersuchung der Wettbewerbsbehörde auf Ö1 zum Nachlesen
Die Forderung der AK zur Bekämpfung der Preistreiberei: härtere Kontrollen bei Preisabsprachen, Marktmissbrauch und ein kontinuierliches Wettbewerbsmonitoring. Auf Initiative der AK trat heute auch die Preiskommission nach langem wieder zusammen. Wirtschaftsminister Bartenstein betonte zuvor laut APA: „Preisregulierungen wären ein Unfug.“ Mehr Kompetenzen für die Bundeswettbewerbsbehörde kann sich Bartenstein jetzt aber zumindest vorstellen.
Tipps gegen die Teuerung vom ORF-Wirtschaftsexperten
Den Vogel schoss aber ORF-Journalist Walter Sonnleitner in seinem Beitrag für die heutige ZIB 2 ab. In dem Beitrag warnt er eindringlich vor einem Rückfall in die 50er, 60er bzw 70er Jahre, als es amtlich festgelegte Preise für Grundnahrungsmitteln gab und hält mit einem Tipp für die KonsumentInnen nicht hinterm Berg: Einfach nicht die teuren Produkte in den Einkaufswagen stopfen und auch beim Tanken nicht bei der teuersten Tankstelle stehen bleiben…. Danke – so stellen wir uns fundierte Wirtschaftsbeiträge vor.
