640 Millionen Wertschöpfung durch die Euro prognostizierte der Chefökonom der Industriellenvereinigung, Christian Helmenstein, kurz vor der EURO. Schon damals fiel BeobachterInnen des Mediengeschehens – wie auch der APA – auf, dass Helmenstein die erwartete Wertschöpfung innerhalb eines Jahres verdoppelt hatte. Dann setzte – nur wenige Tage nach Beginn der Euro – der Katzenjammer ein.
Leere Fanzonen – eine Überraschung?
Kaum eröffnet, schien sich die Fanmeile in Wien, aber auch einige andere Fanzonen in den Bundesländern, zu einem ordentlichen Minusgeschäft für die Wirte auszuwachsen. Nicht wenige kündigten ihren Vertrag auf, weil ihnen die Miete zu hoch und die Einnahmen zu niedrig schienen. Wobei man natürlich auch die berechtigte Frage stellen kann: Wie ernsthaft und seriös haben die Standbetreiber da vorab kalkuliert? Weshalb sollten sich etwa die Massen schon tagsüber in die Fanzonen mit ihren teuren Preisen verirren? Möglicherweise haben aber auch die überoptimistischen Einschätzungen mancher “Wirtschaftsforscher” zu der übertriebenen Erwartungshaltung beigetragen.
320 Millionen x 2
Im Mai 2007 sprach Helmenstein in seiner Funktion als Geschäftsführer von Sports Econ Austria von einer Wertschöpfung im Ausmaß von 321 Millionen Euro, ein Jahr später wurden 641 Millionen Euro prognostiziert. Interessant auch, dass an dieser “Studie” von Sports Econ Austria auch MitarbeiterInnen des Instituts für Höhere Studien mitarbeiteten. IHS-Chef Bernhard Felderer sitzt im Vorstand von Sports Econ Austria. Mehr zum IHS und die Studien zum Nachlesen Das Wifo bewertete die wirtschaftlichen Auswirkungen der EURO von Beginn weg gänzlich anders.
Die “unaufgeregte” Einschätzung des Wifo
Von Beginn weg meinte das Wifo, im Gegensatz zum IHS, dass die wirtschaftlichen Effekte von sportlichen Großveranstaltungen meist überschätzt würden. Wifo-Chef Karl Aiginger sagte kürzlich im Kurier, die EURO sei ein Nullsummenspiel. Zusätzliche Fußball-Touristen würden durch das Wegbleiben von klassischen Kulturtouristen ausgeglichen, das Wifo habe deshalb nie eine positive wirtschaftliche Wirkung der EURO prognostiziert. Das Kurier-Interview zum Nachlesen
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